Alle haben ein Geschlecht, nur die/der Wurst hat zwei…(P. Hunziker)

Veröffentlicht in Artikel Schweiz

Diese Geschichte geht digital weiter: Mann oder Frau; Mythos oder Geschichte; Wahnsinn oder Befreiung, schräg oder wegweisend; sie oder er; Auswuchs oder Menschenrecht; zwei Geschlechter oder drei? Eines sei klar gestellt, nicht Conchita macht mir Angst, diese(r) ist mir wurst. Es ist die Gesellschaft und deren Ausrichtung. Dass unserer Bundesrätin Somaruga, unsere Conchita, die Begriffe „Ehe“ und „Familie“ neu definieren will, ist das Eine. Dass aber Jeder mit Jedem und Jede mit Jeder (auch über das Kreuz) eine Ehe führen und Kinder „erwerben“ kann, ist das Andere und äusserst gewöhnungsbedürftig. 

Viele sind also gleich aber bald sind weit mehr noch „gleicher“. Wenn eine Stadtpräsidentin nach 21 Jahren Liebesbeziehung heiratet, wenn ein TV-Star den Lebenspartner öffentlich vorstellt, wenn ein Politiker sich in eine wesentlich jüngere Person verliebt, wenn einer Prominenz der Schatz am Geburtstag den Kaffee ins Bett bringt, dann sind solche Banalitäten keine Schlagzeilen in den Medien wert, es sei denn es handelt sich um Homosexuelle. So wird es bald zur Einzigartigkeit, verheiratet, heterosexuell zu sein, 2 eigene Kinder zu haben und einer gewöhnlichen Arbeit nachzugehen. 

Ich bin vielleicht zu feige, noch zu sehr Macho und unterdrücke mein anderes Geschlecht. Ich muss zur Kenntnis nehmen, dass ich nicht „männlich“ oder „weiblich“ geboren wurde, sondern dass man mir dies anerzogen hat. In meiner Erziehung wurde ich wohl auf Männlichkeit programmiert. In der Schöpfung ist möglicherweise ein drittes Geschlecht vergessen oder verloren gegangen, ein Bindeglied zwischen Adam und Eva. Jetzt bin ich notgedrungen auf der Suche meiner Identität unabhängig von meinem körperlichen, biologischen Geschlecht und meiner sexuellen Orientierung. 

Es wird aber noch happiger. Conchita wird von der Gesellschaft zu einem religiösen Mythos mit politischer Botschaft hochstilisiert. Thomas (der Ungläubige?) Conchita, ist ein spanischer Mädchenname und bedeutet „Unbefleckte Empfängnis“ also Jungfräulichkeit. Er/Sie soll die Maske einer europäischen Heiligen verwenden, das Aussehen der St. Cumera, der heiligen Kümmernis (i.S. Askese).In den Pfarrkirchen von Tuggen und Schwyz wird sie verehrt, und kann man sie betrachten. Diese portugiesische Königstochter bat Gott, ihr einen Bart wachsen zu lassen, um nicht gegen ihren Willen verheiratet zu werden und jungfräulich zu bleiben. Sinnigerweise wurde St. Kümmernis Patronin der Spielleute, also auch der Teilnehmer des Eurovision Song Contest! 

Ich wünsche der/dem Wurst nur, dass ihr/ihm dies alles wurst bleibt, denn die Kraft, dies alles zu verkraften hat er/sie nicht. Wenn doch, wird er/sie heiliggesprochen. 

Die Schwulen, Lesben, Intersexuellen, Asexuellen und was es sonst noch gibt, sind für mich kein Problem. Im Gegenteil, jene, die ich kenne, sind wunderbare, sensible und feine Menschen. Dass aber viele Politiker, Titular-Professoren, Psychologen, Medien und andere Profilsüchtige sich auf Kosten dieser prostituieren, positionieren und sich reich stossen, ist die ganz grosse Schattenseite. Sie schaden der gewonnen Toleranz und Akzeptanz sowie den ehrlichen Zielen der Betroffenen und Beteiligten. 

Soll ich die Frage verdrängen oder stellen, ob Tierliebe der Menschenliebe gleich- oder übererstellt wird? Warum lassen wir (noch) nicht zu, dass Hund, Katze oder ein anderes Tier als Partner anerkannt wird mit allen Rechten? Viele dieser Lieblinge sind doch schon längst Tisch- und Bettgenossen.

Wetten, dass es bald Politikerinnen oder Politiker gibt, die gleiches Recht für vierbeinige Partner fordern? Kommt es dann zum Outing von Sodomiten und Sodomitinnen? Oder werden noch vorher Roboter so vermenschlicht, dass sie heiratsfähig werden? 

Paul Hunziker