Christoph Blocher leidet an der transgenerationalen Vererbung

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Wie Christoph Blocher funktioniert, ist für seine Gegner unfassbar, und er selber als Person für sie ebenfalls nicht fassbar. Es wurde und wird viel gerätselt, vermutet, behauptet, analysiert, erforscht und Geld damit verdient. Nun endlich hat Psychologe und Bestsellerautor, Martin Miller, die Antwort auf all diese Fragen gefunden und im Sonntagsblick vom 18. Mai 2014 publiziert.

Die wissenschaftliche Psychologie gehe davon aus, dass wir Menschen frühere Erfahrungen so verinnerlichen, dass unsere Eltern in uns Wohnrecht geniessen. Sie können so ihren Einfluss auf unser Handeln ausüben, ohne dass wir es merken.

Blochers Vater, fährt der Ferndiagnostiker weiter, sei eine geächtete und ungeliebte Person gewesen, die ausserhalb der Familie für ihre fundamentalistischen Ideen total abgelehnt wurde. „Er kämpfte gegen die gesamte Welt:“ DieserVater habe sich nun in Christoph, seinem Sohn, gemütlich eingerichtet. Mitleidend schreibt er weiter: „Leider ist sein Sohn zeit seines Lebens nichts anderes als das nützliche Medium seines Vaters geworden.“ Das tönt doch irgendwie biblisch und erinnert an Gottvater und seinen Sohn, oder?

Einen Trost kann er dem bedauernswerten Strategen Blocher aber bieten. Der Gewinn für Christoph Blochers Selbstaufopferung nämlich bestehe darin, dass er durch die Identifikation mit seinem Vater mit den Leiden seiner Kindheit nicht mehr in Berührung komme. Wir alle dagegen müssten die Leiden seiner Kindheit ertragen. „Diese nonverbale Vermittlung von erlittenem Leid an andere nennt man transgenerationale Vererbung.“

Welcher Exorzist kann diesen Psycho, M. Miller, von seinem Dämon, der sich bei ihm „gemütlich eingerichtet“ hat, und von seinem missionarischen Wahn befreien?

Paul Hunziker