Grösstes Hosenscheisservolk der Welt

Veröffentlicht in Artikel Schweiz

So fährt der Deutsch-Türke Akif Pirincci über seine Wahlheimat Deutschland her in seinem Buch: "Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer“(Lichtschlag in der Edition Sonderwege. 278 S., Fr. 25.90)

Wenn ich dies so lese, stelle ich mir zwei Fragen:

  1. gelten diese Aussagen auch für die Schweiz?
  2. haben wir auch Wahlschweizer, die so über uns denken?

Beide Antworten lauten für mich: „JA“. 

Am 2. April sass dieser Deutsch-Türke im „Mittagsmagazin“ des ZDF. Er kam 1969 bettelarm mit seinen Eltern nach Deutschland. Heute ist er ein berühmter, wohlhabender Mann und Autor, dessen Romane sich mehrere Millionen Male verkaufen liessen. Er fühlt sich jenem Lande gegenüber verpflichtet und dankbar, welches ihm eine Chance geboten hat. In seinem Buch wettert er nun gegen jene, die seiner Wahlheimat auf der Tasche liegen und schaden. 

Er schimpft über die „grüne Ideologie“, über „erneuerbaren und teuren Energie-Mist“, über das „Aufstellen von Windmühlen“, welche die deutschen Wälder zerstören, über „Quatschbehauptungen von Soziologen“. Er schüttelt den Kopf über die „Islamisierung“ in Deutschland und die Verschleierung von Frauen. Sein ganz spezieller Zorn richtet sich gegen die „abermillionenschwere Asyl- und Migrantenindustrie“, gegen die „Augenzudrück-Justiz“ und die „Moralheuchler in den Medien“. 

Aus den „tapferen Deutschen“ sei „das grösste Hosenscheisservolk der Welt“ geworden. Er nennt es eine „Quatschtheorie, wonach das Geschlecht eines Menschen ein anerzogenes, soziales Konstrukt sei. Der folgende Text zeigt seine Aversion gegenüber dem Steuerstaat: 

Alles, was dieses Land den Bach runtergehen lässt, die unkontrollierte Zuwanderung von uns ewig auf der Tasche liegenden Analphabetenhorden, der physikalisch unmögliche Erneuerbare-Energien-Schwachsinn, unsere Ausbeutung und Versklavung durch irgendwelche Faulenzer-Länder über ein demokratisch nicht legitimiertes Bürokratienmonster namens EU, die Zerstörung der Familie durch Lockangebote an die Labilen, die ihren Lebenspartner so selbstverständlich wie ihre Unterhosen wechseln sollen, die Aufrechterhaltung eines grün-links-vesifften Acht-Milliarden-Desinformations-Molochs mit dem irrenführenden Namen „Öffentlich-rechtlicher Rundfunk“ rühre einzig daher, meint Pirincci, „dass wir am Ende sowieso für die ganze Scheisse zahlen:“ 

Diese „Hosenscheisser“ glauben aber, uns Fehlverhalten im Zweiten Weltkrieg vorwerfen zu müssen, wie es der deutsche Bundepräsident Gauck anlässlich seines Besuches gemacht hat. Er hatte Empfehlungen für uns auf Lager, wie wir uns in der Flüchtlingsfrage hätten verhalten sollen. Aber aufgrund des dauernden Nachgebens und Ja-Nickens unserer Aussenpolitik können sich die Politiker unseres Nachbarstaates solche Respektlosigkeiten erlauben. Wir sind auch das einzige Land, das sich gefallen lässt, dass man ihm mit der Kavallerie drohen kann. Wir wünschten uns auch Politiker, die selbstbewusst zur Schweiz stehen. Wahlschweizer, die uns und unser Land mit seinen Besonderheiten lieben, haben wir. Sie schätzen unter anderem unsere integrale und bewaffnete Neutralität, die uns nicht an Konflikten beteiligen und auch zu Friedensbündnissen auf Distanz gehen lässt. Wir sollten uns auch in der Ukraine-Frage so verhalten. 

Wir müssen wieder zu uns selber zurückfinden, d.h. ein freies, unabhängiges, selbstständig entscheidendes Land bleiben. Wir wollen uns nicht fremdem Recht, gesprochen von fremden Richtern, unterstellen. Wir werden kein Erpressungsopfer der EU werden. 

Paul Hunziker