„Mir si ja alli so nätt!“

Veröffentlicht in Artikel Gemeindeanliegen

Die Eheleute Vladi sind die Pächter unseres Restaurants  Locando del Paese. Dass es seit Jahren schwer ist, in diesem unserem traditionsreichen Lokal zu überleben und zu existieren, wissen wir alle. Diese junge Familie mit Kleinkindern versucht vieles, gibt sich Mühe, sucht den Kontakt und möchte weiterhin in Seftigen wohnen und arbeiten, auch weil es ihnen hier so gut gefällt. Der Erfolg war ihnen bisher aber nicht beschert. 

Nun haben sie einen sehr sympathischen Versuch unternommen. Mit einer Einladung, datiert vom 22. November 2013, gelangten Nezefat & Idriz Vladi an die über 40 Vereine unserer Gemeinde. Sie haben zu einem Kennenlernapéro auf Donnerstag, 5. Dezember 2013, eingeladen. Für eine An- oder Abmeldung haben sie ein frankiertes und adressiertes Kuvert beigelegt. Man hatte lediglich auf einem Talon am entsprechenden Ort ein Kreuz zu setzen und anzugeben, mit wie viel Personen man erscheinen wird. Der Name stand auch schon drauf. 

Am 5. Dezember waren dann die Tische mit Snacks und Blumen bereitgestellt. Es wurden alkoholische und alkoholfreie Getränke angeboten und auch serviert. Alles war bereit, aber die Erwartungen der Gastgeber erfüllten sich nicht. Drei Organisationen waren anwesend mit je zwei Vertretern: der Ornithologische Verein, die Vertreterinnen der Wittfrauen und die SVP, also 6 Personen. Die Enttäuschung war gross, und wir Anwesenden schämten uns für all jene, die es nicht einmal für nötig befunden haben, sich abzumelden oder sich zu entschuldigen. In jedem Verein hätte sich bestimmt jemand finden lassen, den man hätte delegieren können. Die Vertretung des Ornithologischen Vereins waren noch Auswärtige. 

Ich enthalte mich eines Kommentars, weise lediglich darauf hin, dass die SVP, die Seftiger Volkspartei, der man gerne Fremdenfeindlichkeit und ein Fehlen von sozialem Denken unterstellt, selbstverständlich vertreten war und einem freundlichen Gespräch auch unterstützende Taten folgen liess. Einer Einladung folgt man oder entschuldigt sich. Es braucht nicht immer eine Gegeneinladung. 

Am Samstag, 08. März 2014, lädt die Familie Vladi zu einem Jazz-Dinner ein. Für ein tolles Menu und den Hörgenuss mit dem Blue Skies Trio bezahlt man nur Fr. 45.- Leider bin ich selber an diesem Wochenende nicht hier, aber entschuldigt und abgemeldet habe ich mich. 

Warum sind wir so einseitig nett? Leute und ihr Angebot kennenlernen bedingt eben Offenheit und Unvoreingenommenheit. Aber das sind wir doch, oder? 

Paul Hunziker, Präsident SVP

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